Über 100 Teilnehmer beim 2. Pflegefachtag
Ein voller Erfolg war der zweite Pflegefachtag von AGUS, MBN und ASB am Dienstag (12. April) in Neuruppin. Über 100 Interessierte und Fachkräfte aus der Region beschäftigten sich im Seehotel Fontane mit den Herausforderungen des demographischen Wandels für die Pflegebranche im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Die Frage des Tages lautete: Wenn viele Menschen alt sind, wie leben wir dann gemeinsam? Eine Antwort hatte der Stargast Henning Scherf parat: "In der Gemeinschaft!" Der frühere Bremer Oberbürgermeister lebt selbst seit 23 Jahren in einer WG.
Der SPD-Politiker wohnt seit 23 Jahren mit seiner Frau und Gleichgesinnten in einer bunten Wohngemeinschaft in Bremen. "So eine WG lebt vom Miteinander", betonte Henning Scherf. Und sie ist Vorbild für viele Sozialträger in ganz Deutschland. So gibt es mittlerweile allein in Brandenburg über 1.000 ähnliche Wohngemeinschaften, hauptsächlich für Senioren. Diese Zahl brachte zumindest Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske (SPD) ins Spiel, der den Pflegefachtag als Schirmherr begleitete. Sechs solcher Senioren-WGs betreibt übrigens der ASB im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. In Wittstock hat der ASB dazu ein früheres Hotel am Marktplatz hergerichtet, in Neuruppin eine Stadtvilla umgebaut sowie einen Neubau erreichtet.
Eine weitere zentrale Frage des zweiten Pflegefachtages war der nicht aufzuhaltende Wandel in der Gesellschaft. Kurz gesagt: Die Menschen in Brandenburg werden älter und weniger. Das bedeutet für die Pflege: Immer weniger junge Fachkräfte müssen immer mehr ältere Menschen begleiten, die auf professionelle Pflege angewiesen sind. Auch dafür hatte Henning Scherf eine Lösung parat: Das Leben in selbstorganisierten WGs mit einem darauf abgestimmten Pflegemix, an dem neben Profis auch Angehörige, Freunde und Ehrenamtliche mitwirken. Ein solches Modell schwebt auch ASB-Geschäftsführer Dietrich Werner vor: "Genau nach diesem Ansatz wollen wir unser Stadtquartier in der Altstadt entwickeln."
Sozialminister Baaske unterfütterte den Wandel auch noch mit Zahlen: Demnach beziehen schon jetzt rund 90.000 Menschen im Land Leistungen aus der Pflegeversicherung. 2015 werden es bereits über 100.000 sein und 2030 gar 130.000 Menschen, die auf Hilfe von Fachkräften angewiesen sind. ASB-Chef Dietrich Werner schlussfolgert daraus, dass die Branche noch zehn Jahr Zeit habe, sich umzustellen - weg von der stationären Vollversorgung, hin zu flexiblen Strukturen mit vielfältigen ambulanten Angeboten.
Der Pflegefachtag 2011 in Bildern: (zum Öffnen bitte einfach auf ein Bild klicken)
Weitere Informationen zum Pflegefachtag finden Sie auf der Webseite www.pflege-im-dialog.de sowie im Bericht der MAZ.
