Lernen durch Engagement: Schüler im Seniorentreff
Ein ganz besonderes Bild erwartet derzeit die Besucher des Seniorentreffs "Klosterblick": Dort sitzen nicht wie gewohnt nur ältere Herrschaften an den Tischen, sondern auch Jugendliche. Es sind rund 20 Schüler einer 8. Klasse der Neuruppiner Puschkinschule, die fast jeden Nachmittag für Abwechslung im Seniorentreff sorgen. Die Aktion kommt nicht von ungefähr: Die Schüler nehmen am Projekt "Lernen durch Engagement" der Freudenberg Stiftung teil. Ziel ist es, den jungen Leuten zu zeigen, wie sie sich aktiv in die Gesellschaft einbringen und dabei auch eine Menge lernen können.
Und wie sieht das nun beim ASB aus? Das lässt sich am besten an einem Beispiel vom Rommy-Nachmittag am Mittwoch (04. Mai 2011) erzählen: Fünf Jungen und zwei Mädchen schauen an diesem Tag in der Klosterstraße vorbei. Sie wollen gemeinsam mit den Älteren Rommy spielen. Zunächst sitzen die Schüler noch etwas unsicher beisammen, bis sie dann auf die verschiedenen Tische aufgeteilt werden. So spielt in jeder Rommy-Runde ein Jungspund mit. Und siehe da - die Generation Playstation kann sogar mithalten! Chris Seifert etwa erklärt einem älteren Mann erst mal, wie das mit dem Rommy so läuft. "Ich spiele immer mit meiner Oma", gibt der 14-Jährige später zu Protokoll. Zwar geht die erste Runde an den Rentner, doch insgesamt schlägt sich Chris durchaus wacker. Vor allem beim Kopfrechnen sind die Schüler schneller.
Ebenso Lara Wäbersky: Die Schülerin zählt auch 14 Lenze und blickt ebenfalls auf unzählige Kartenrunden mit ihrer Oma zurück. Das Projekt beim ASB empfindet die Achtklässlerin als Bereicherung: "Es macht Spaß, den Älteren zuzuhören. Sie haben viel zu erzählen und sind ganz anders, als man so denkt." Und wie genau? "Naja, sie machen erstaunlich viel in ihrer Freizeit und kriegen eine Menge mit", sagt Lara.
Äußerst zufrieden mit der Aktion ist auch Silvia Bernd-Heyroth. Die ehrenamtliche ASB-Mitarbeiterin steuert das Projekt gemeinsam mit einer Lehrerin der Puschkinschule. "Ich bin angenehm überrascht", berichtet Silvia Bernd-Heyroth, "die Schüler sind sehr offen, höflich und zuvorkommend." Damit würde die junge Generation auch Vorurteile bei den Älteren abbauen, ist sich die Ehrenamtlerin sicher. "Sie gehen ja regelrecht auf die Senioren zu." Tatsächlich: An den Tischen wird an diesem Nachmittag viel gelacht. Und auch bei anderen Gelegenheiten sind die Schüler engagiert dabei, etwa beim Gedächtnistraining, dem Senioren-Yoga oder beim Erzählcafé. Ihre Erfahrungen wollen die Schülerinnen und Schüler in einer kleinen Präsentation zusammenfassen, die beim ASB-Klosterstraßenfest am 04. Juni gezeigt werden soll. Für Silvia Bernd-Heyroth vom ASB steht jedenfalls schon jetzt fest, dass die Kooperation mit der Puschkinschule fortgesetzt werden soll. Und wer noch mehr wissen will: Weitere Infos zu der Initiative der Freudenberg Stiftung gibt es auf www.lernen-durch-engagement.de.
Und hier noch einige Fotos vom Rommy-Nachmittag:
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